Knapp ein Viertel der Bevölkerung leidet an "rheumatischen" Beschwerden. Rheumatologen selbst verwenden den Begriff „Rheuma“ dagegen nicht. Der Volksmund versteht darunter meist schlecht lokalisierbare, bei Wetterwechsel auftretende Schmerzen an Muskeln oder Gelenken. Medizinisch gesehen handelt es sich dabei jedoch nicht um eine einzelne Erkrankung, die vorwiegend ältere Menschen betrifft, sondern um einen Sammelbegriff von entzündlich verlaufenden Erkrankungen, die sich am Bindegewebe abspielen. Rheumatische Erkrankungen können demnach nicht nur an den Gelenken auftreten, sondern auch als Systemerkrankungen innere Organe betreffen und bei allen Altersgruppen vorkommen. Viele schwere Erkrankungen sind häufig sogar auch bei Jugendlichen und Kindern anzutreffen. Ein Teil der Erkrankungen kann einen lebensbedrohlichen Verlauf aufweisen.
Folgende große Hauptgruppen rheumatischer Erkrankungen können unterschieden werden:
- Entzündliche Gelenkerkrankungen (u.a. rheumatoide Arthritis und Psoriasisarthritis)
- Spondylarthropathien (entzündliche Wirbelsäulenerkrankungen)
- Infektiöse Arthritiden (bakterielle und virale Ursachen)
- Kollagenosen (entzündlich verlaufende Erkrankungen des Gefäßbindegewebes)
- Vaskulitiden (entzündlich verlaufende Gefäßerkrankungen)
- Gelenkerkrankungen bei Stoffwechselkrankheiten (z.B. Gicht)
Häufig werden auch Arthrosen, also rein degenerative (abnutzungsbedingte) Erkrankungen zu den rheumatischen Erkrankungen gezählt, obwohl sie streng genommen nicht entzündlich verlaufen und auch nicht durch eine antirheumatische Therapie beeinflusst werden können.
Grundsätzlich sind rheumatische Erkrankungen derzeit noch nicht heilbar. Die Behandlung zielt auf eine Eindämmung des entzündlichen Prozesses ab, um den Krankheitsprozess zu verlangsamen, Gewebeschädigungen zu vermeiden und die auftretenden Schmerzen zu erleichtern.
Dennoch haben Forschungsergebnisse der vergangenen Jahre große Erfolge erzielt und dazu geführt,
dass rheumatische Erkrankungen, im Gegensatz zu früher, heute sehr gut behandelbar sind. Der Einsatz modernster Therapiemöglichkeiten ermöglicht es, dass Betroffene heute ein nahezu normales Leben ohne Einschränkungen führen können. Voraussetzung sind jedoch eine frühe Diagnose und eine regelmäßige Behandlung durch einen Rheumatologen.
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